Der NABU erklärt, weshalb der Nordpark erhalten bleiben muss

Rund 30 Interessierte folgten der Einladung, obschon die Veranstaltung nicht in der örtlichen Presse angekündigt worden war. Foto: Thaddäus Bielefeld

Am 4. Dezember lud der NABU-Kreisverband Borken und die Bocholter Ortsgruppe zu einer weiteren Informationsveranstaltung über den Nordring ein. Rund 30 Interessierte folgten der Einladung, obschon die Veranstaltung nicht in der örtlichen Presse angekündigt worden war. Diejenigen, die sich an dem Abend näher informieren wollten, sind mit vielen Informationen und Impressionen nach Hause gegangen. Den Hauptvortrag hielt der Landschafstökologe Dipl.-Ing. Hans-Josef van Hüth und mit Jens Bürger äußerte sich auch ein unmittelbar betroffener Anwohner zum Nordring. Die Familienbildungsstätte als Gastgeberin des Infoabends nahm durch Ulrik Störzer die Begrüßung der Gäste vor. Ulrik Störzer stellt in seinen Grußworten dar, dass er und die FABI ebenfalls gegen den Nordring seien und dass es eine christliche Pflicht ist sich für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen.

Folgend möchten wir darstellen, weshalb wir die Realisierung des Nordringes für katastrophal halten:

Aus ökologischer Sicht:

Die Trasse ist seit Jahrzehnten frei gehalten worden. Dementsprechend konnten sich zahlreiche, auch seltene Tier- und Pflanzenarten ansiedeln. Der Nordpark ist das letzte innerstädtische zusammenhängende großflächige Grundstück mit einer überdurchschnittlichen Biodiversität. Unter anderem lebt dort auch die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stehende Breitflügelfledermaus! Auf der Trasse stehen zudem zahlreiche über 100jährige Bäume. Diese filtern die Stadtluft, produzieren Sauerstofff sowie Schatten und sorgen im Hochsommer für Abkühlung. Der Nordpark ist zudem die letzte innerstädtische „Grüne Lunge“ der Stadt. Statt Bäumen soll eine breite Straße, die sich im Sommer aufheizt und Hitze reflektiert, gebaut werden. Auch aus Gründen des Klimaschutzes ist der Straßenbau konsequent abzulehhnen!

Aus städtebaulicher Sicht:

Durch den Nordring sollen Straßen, die bislang als Schleichwege genutzt werden, entlastet werden. Doch andere Straßen werden durch die vermeintliche Entlastung zusätzlich belastet. Zudem wird es eine erhöhte akustische Belastung für alle Anwohner geben, da kein lückenloser Lärmschutz vorgesehen ist. Die Straße zerteilt bestehende Siedlungen, Nachbarschaften werden getrennt! Der Friedhof als besonders sensibler Bereich wird erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Hier wird es eine besondere Lärmbelastung geben! Der Fehler, eine schnell zu befahrende Straße mitten durch das Stadtgebiet zu ziehen, wird Bocholt verändern, denn dadurch geht der Nordpark unwiederbringlich verloren und dieser gravierende Fehler ist irreversibel. Autoverkehr trägt Hektik und Aggressionen in die Stadt, Autoverkehr bedeutet Lärm, Abgase, Mikroplastik in der Luft. In NRW sterben jährlich 17.000 Menschen an den Folgen verschmutzter Luft. Autoverkehr ist demnach zum Schutz der Menschen großräumig aus dem Stadtgebiet herauszuhalten. Der Nordring würde eine drastische Einschränkung der Lebensqualität aller Menschen in Bocholt bedeuten.

Aus verkehrstechnischer Sicht:

Ergänzend zu den zuvor dargestellten Gründen ist auch deshalb der Nordring abzulehnen, weil er völlig konträr zu der Notwendigkeit einer umfassenden Verkehrswende steht. Der motorisierte Individualverkehr ist unattraktiv zu gestalten und dadurch aus der Stadt herauszuhalten. Eine Verkehrswende muss die Förderung des Fahrradverkehrs und des ÖPNV fokussieren! Mehr Autoverkehr wird noch mehr Unfälle nach sich ziehen. Die Planungen zum Nordring beinhalten vermutlich sieben Kreisverkehre. Das sind besonders für Radfahrer gefährliche Knotenpunkte. Die Unfallstatistik für Bocholt belegt eine eindeutige Zunahme verunfallter Radfahrer. Soll das der Preis sein für eine automobile Freiheit, die es gar nicht mehr gibt? Es müssen intelligente Verkehrskonzepte her. Die Lösung kann schlechterdings kein Konzept aus den 1950er Jahren sein, denn mehr Straßen verursachen mehr Verkehr! Doch das Gegenteil von dem müssen wir wollen. Es geht um mehr Lebensqualität für die Menschen! Deshalb fordern wir:

Erhaltet den Nordpark für Bocholt! Für die Menschen in Bocholt! Für die Natur in Bocholt! Für kommende Generationen! Stoppt den Wahnsinn!

Hier geht es zur Präsentation des Nordparks:

Michael Kempkes

Stellvertrender Vorsitzender des NABU-KV Borken e. V.

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