Entkusselungsarbeiten im NSG Lüntener Fischteiche

Eine große Anzahl von NABU Helfer*nnen hatte sich an diesem ersten Dezember-Wochenende aufgemacht, um im NSG Lüntener Fischteiche umfangreiche Entkusselungsarbeiten durchzuführen.

Das ungefähr 100 Hektar große NSG gehört zum Projekt Natura 2000. Dies ist die offizielle Bezeichnung für ein Netz von Schutzgebieten, das innerhalb der Europäischen Union nach den Maßgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume.

Die von ehemaligen Fischteichen (daher der Name), temporär wasserführenden Heideweihern und Moorgewässern, Feuchtheiden und moorigen Bereichen geprägte Landschaft kann einige seltene Arten, z.B. Lungen-Enzian, Sonnentau, Sumpf-Johanniskraut, Sumpf-Bärlapp und Kleiner Wasserschlauch vorweisen. Unter den vielen Tierarten sind viele Frosch- und Krötenarten, wie auch seltene Libellen charakteristische Bewohner dieser Lebensräume. Auf trockenen, sandigen Stellen finden sich Reste von Wacholderheiden als Überbleibsel früherer, sehr viel größerer Heideflächen. Auch einige besonders schöne, ältere Ilex-Exemplare sind hier zu finden.

Die heutige Pflegemaßnahme galt insbesondere dem Schutz der Feuchtheiden, der Glocken- und Besenheide und der sehr seltenen Rosmarinheide, die tatsächlich im Dezember noch einige zarte Blüten vorzuweisen hatte.

Das Entkusseln der Moorweiherregion bedeutet, dass wertvolle Naturbereiche freigeschnitten, Kiefern und Birken entnommen werden, damit Licht und Raum für schützenswerte Arten erhalten bleibt.

Das NSG Lüntener Fischteiche ist nach diesem erfreulicherweise nicht so trockenen Jahresverlauf adäquat durchnässt. Das dies bei den NABU Helfer*nnen in etlichen Fällen zu nassen Stiefeln führte, wurde daher gern in Kauf genommen.

Bei dem Pflegeteam des NABU im Kreis Borken handelt es sich um eine sehr aktive Gruppe von älteren und jüngeren Menschen, Berufstätige und Rentner*nnen, Schüler*nnen und Studierende. Die Helfer*nnen kommen aus dem gesamten Kreisgebiet und nehmen auch weite Fahrten in Kauf, um Naturschutz aktiv zu gestalten. Die Arbeit macht Spaß, es ist ein Workout an der frischen Luft, der durchaus zu nassen Füßen und auch zu Muskelkater führt. Dennoch: nicht nur am Wochenende, sondern auch in der Woche treffen sich hilfsbereite Naturbegeisterte, um diese wichtigen und dringend nötigen Pflegemaßnahmen zu leisten.

Machen Sie doch auch mit. Sie gehören dann auch zu den Menschen, die wissen, dass sie Sinnhaftes tun. Die gemeinsame Arbeit schafft Kontakte, macht viel Freude und führt sie in die sonst mit strengem Zutrittsverbot versehenen aber landschaftlich äußerst reizvollen Naturgebiete des Kreises.

Rolf Souilljee ist Leiter der Pflegeeinsätze und informiert gern. Tel 02871 184916

Text und Fotos (copyright). Norbert Osterholt