Erster NABU Pflegeeinsatz im Neuen Jahr im Naturschutzgebiet (NSG) Versunken Bokelt

Durch die Ausbaggerung eiszeitlicher Sande von 1987 bis 2002 ist das Naturschutzgebiet (NSG) Versunken Bokelt in Rhede entstanden. 2006 wurde das Gebiet dann als NSG ausgewiesen. Hier finden vor allem gefährdete Brut- und Überwinterungsvögel einen geschützten Raum. Leider selten gewordene Brutvogelarten wie der Kiebitz oder der Flussregenpfeifer können hier noch ungestört brüten. 2004 ging das Gebiet in den Besitz des NABU-Kreisverbands Borken über.

Regelmäßig zum Jahreswechsel findet eine größere Pflegemaßnahme durch die Helferinnen und Helfer des NABU statt. Sehr erfreulich war an diesem ersten Samstag im Jahr 2022, dass ca. 25 NABU – Pflegekräfte gekommen waren. So konnten enorme Fortschritte erzielt werden.

Einen Schwerpunkt bildete das Zurückschneiden der dichten Hecken- und Gehölzvegetationen aus Brombeere, Holunder, Weißdorn, Heckenrose und Weiden. Hier finden seltene Vogelarten wichtige Rückzugsräume und Brutplätze. Auch lässt sich hier noch im Sommer die Nachtigall hören.

Der Rückschnitt der wuchernden Gehölze dient der Aufrechterhaltung von Flugschneisen. So können Vögel zwischen Brutplatz und Futterplätzen ihren Weg sehen und ungestört fliegen.

Im NSG Versunken Bokelt finden sich Altarmgewässer, seltene Sanddünenfelder und Sandtrockenrasen mit ihrem charakteristischen Arteninventar. Es ist dieser Mix, der dieses Biotop so wertvoll macht.

Der NABU pflegt dieses Gebiet regelmäßig und sorgt für die Ausbreitung bzw. Sicherung der ruderalen Lebensräume. Der Rückschnitt der Gehölze sorgt in mehrfacher Hinsicht für die Sicherung der Biotopqualität. Geschnittene Ufergehölze dienen als Laichhilfe der Fischarten im Uferbereich, gestapelt und gehäuft bieten sie Nistmöglichkeiten und Überwinterungsangebote für Säugetiere, Insekten, Amphibien und Vögel.

Auch der Große Schillerfalter wurde hier gesichtet. Es wurde daher besonders auf die Bestände der Sal-Weide (Salix caprea) geachtet, denn diese ist die bevorzugte Futterpflanze seiner Raupen.  Auch die Raupen vom Großen Fuchs, der erfreulicher Weise neuerdings in Rhede häufiger beobachtet wird, lieben die Salweide.

Das NABU Pflegeteam ist eine sehr aktive Gruppe von älteren und jüngeren Menschen, Berufstätigen und Rentner*nnen, Schüler*nnen und Studierende. Die Helfer*nnen kommen aus dem gesamten Kreisgebiet und nehmen auch weite Fahrten in Kauf, um Naturschutz aktiv zu gestalten. Die Arbeit macht richtig Spaß und bietet wichtigen Ausgleich.

Machen Sie doch auch mit. Alles geschieht freiwillig und eine Mitgliedschaft ist nicht nötig. Sie gehören dann zu den Menschen, die wissen, dass sie Sinnhaftes tun. Die gemeinsame Arbeit ist kontaktbildend und ist ein gelungener Workout an der frischen Luft.

Rolf Souilljee ist Leiter der Pflegeeinsätze und informiert gern. Tel 02871 184916

Text und Fotos: Norbert Osterholt