Nach intensiven Gesprächen hat der NABU-Kreisverband Borken gemeinsam mit der BUND Kreisgruppe Borken mit der Stadt Bocholt und einen Kompromiss zum geplanten Neubau des EDEKA-Supermarkts im Bocholter Stadtteil Lowick erzielt. Der gefundene Ansatz ermöglicht die Umsetzung des Vorhabens, verbindet diese jedoch mit deutlich verbesserten Maßnahmen für Natur- und Artenschutz, die maßgeblich auf Initiative des NABU zurückgehen.

NABU erreicht ökologische Verbesserungen über das Mindestmaß hinaus

Für due Naturschutzverbände NABU und BUND stand von Beginn an fest, dass die Eingriffe in geschützte Landschaftsbestandteile nicht nur formal ausgeglichen, sondern ökologisch wirksam kompensiert werden müssen. In den Verhandlungen setzte sich die Verbände erfolgreich dafür ein, Umfang und Qualität der Ausgleichsmaßnahmen erheblich zu erweitern.

Konkret wird die verbleibende Streuobstwiese am Marktstandort ökologisch aufgewertet. Darüber hinaus wird die vorgesehene Ausgleichsfläche an der Lowicker Straße in unmittelbarer Nähe des künftigen Supermarkts intensiv entwickelt. Im Bereich „Eisenhütte/Bromweide“ wird eine weitere Ausgleichsfläche angelegt, wodurch zusätzlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen entsteht.

Langfristiges Pflegekonzept als zentrales NABU-Anliegen

Ein wesentliches Ergebnis der Gespräche ist ein erweitertes Pflege- und Maßnahmenkonzept, das über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht. Die Pflege der Ausgleichsflächen übernimmt künftig der Entsorgungs- und Servicebetrieb (ESB) der Stadt Bocholt. Ziel ist eine dauerhafte und nachhaltige ökologische Entwicklung der Flächen – ein zentraler Punkt, auf den der NABU und der BUND besonderen Wert gelegt hat.

Die Kosten für den Erwerb der zusätzlichen Ausgleichsflächen trägt vollständig der Investor.

Abgewogener Kompromiss zwischen Naturschutz und Versorgung

Trotz der erzielten Verbesserungen bleibt der Eingriff in die Streuobstwiese aus Sicht des NABU schmerzhaft. „Die Teilinanspruchnahme der Streuobstwiese schmerzt nach wie vor“, erklärt NABU-Kreisvorsitzender Martin Frenk. „Unter Abwägung aller Umstände ist es jedoch gelungen, ein Maßnahmenpaket zu vereinbaren, das den Natur- und Artenschutz deutlich stärkt und eine insgesamt vertretbare Lösung darstellt.“

Zugleich erkennt der NABU die Bedeutung einer wohnortnahen Grundversorgung für die Menschen in Lowick an und unterstützt die Realisierung des Marktes ausdrücklich im Rahmen des ausgehandelten Kompromisses.

NABU begleitet weitere Ausarbeitung

Die konkreten Inhalte der vereinbarten Maßnahmen werden derzeit gemeinsam von Stadt Bocholt, NABU und BUND weiter ausgearbeitet und verbindlich festgelegt. Der NABU-Kreisverband Borken wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und die Öffentlichkeit darüber auf dem Laufenden halten.

 

Bildunterschrift: Martin Frenk (Vorsitzender NABU-Kreisverband Borken), Dave Welling (Stadtbaurat), Dirk Hetrodt (Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung), Henry Tünte (Vorsitzender BUND Kreisgruppe Borken)