Krötenzaunbau im Eper Graser Venn

Im Auftrag des Fachbereichs Natur und Umwelt des Kreises Borken waren am ersten Samstag im August mehrere Helfer des NABU im tätig. Die Aufgabe bestand darin, mit dem Bau eines 1800 m langen Krötenzaun zu beginnen.

Hitze und viele Mücken machten die Arbeit anstrengend. Arbeitsschritte bestanden darin, einen „Weg“ mit der Motorsense in Gestrüpp und Bodenvegetation des Waldes zu schneiden und dann eine Furche in den Erdboden zu graben. Die Erdspalte wurde mit Spaten und Schaufel vertieft und verbreitert. In diese Rinne wurde dann die Krötenzaunfolie festgestampft und so fixiert. Erdheringe sorgen für die Stabilität der richtigen Schräglage.

Der Krötenzaun wird nur temporär und für die Zeit der weitern geplanten Maßnahmen existieren. Er erhält eine bestimmte Schräglage, die Frösche und Kröten überwinden sollen, aber eben nur in eine Richtung. Ein Weg zurück ist nicht möglich. Damit werden Wanderungsbewegungen und Orte des Winterschlafs artenfreundlich gelenkt. Größere Eingriffe durch Maschinen und Mensch die in winterliche Jahreszeit folgen, finden durch die vorsorglichen Artenschutzmaßnahmen so an nicht störenden Orten statt.

Der Zaun wird einmal wöchentlich abgegangen und da keine Amphibienfallen existieren, ist eine häufigere Kontrolle nicht nötig. Nach Abschluss der Wanderbewegungen der Amphibien wird der Zaun wieder abgebaut.

Die gesamte Arbeit ist in eine Folgemaßnahme des IP-Life Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ eingebunden,

https://nabu-borken.de/nabu-kreis-borken-erhaelt-danke-schoen-fuer-arbeitseinsaetze-im-integrierten-life-projekt-atlantische-sandlandschaften/

die von Patrick Lückel von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken unter Federführung der Bezirksregierung Münster organisiert und betreut wird.

Im Herbst sind umfangreich und großflächig Wald- und Erdarbeiten vorgesehen, um vorhandene Moorstrukturen wieder freizulegen und zu optimieren. Die Renaturierung mehrerer Waldweiher steht im Zentrum der Überlegungen, deren Umfeld wird dazu entwaldet. Die Weiher selbst werden ausgebaggert und vertieft. Auf diese Weise sollen die Gewässer länger Wasser halten. Das ist gut für den Moorfrosch, der sich in dieser Region aufhält und dessen Population durch weitere Laichgründe gestärkt wird. Aber Gewässer und schlammige Bodenbereiche drumherum sind zudem für viele Insekten und Vogelarten attraktiv, die dort Nahrung finden.

Der Einsatz wird am nächsten Samstag, den 13. August 2022 fortgesetzt. Denn es ist nach wie vor noch viel zu tun, kommen Sie doch vorbei! Natur und NABU freuen sich.  An den weiteren Wochenenden und auch in der Woche ist der NABU in der Pflege der Naturschutzgebiete und leistet wertvolle Dienste am Naturschutz. Machen Sie mit.  Eine NABU Mitarbeit geschieht freiwillig und eine Mitgliedschaft ist nicht nötig. Die gemeinsame Arbeit unter Gleichgesinnten ist kontaktbildend, macht viel Freude und ist in jeder Hinsicht ein gelungener Ausgleich und auch ein Workout an der frischen Luft.

Rolf Souilljee ist Leiter der Pflegeeinsätze und informiert gern. Tel 02871 184916

Fotos und Text: Norbert Osterholt