Mehr als 2.000 Füchse im Kreis Borken getötet

Gustave Courbet. Gemälde eines mit einem Tellereisen gefangenen Fuchses. Solche Fallen sind heute in Mitteleuropa verboten.

Im vergangenen Jagdjahr wurden im Kreis Borken mehr als 2.000 Füchse, also statistisch gesehen eine Fuchsfamilie pro Tag durch Jägerhand getötet. Die Jagd auf den sensiblen Beutegreifer ist unumstritten mit Tierquälerei verbunden (Bau- und Fallenjagd, sowie die Abrichtung von Jagdhunden an lebenden Füchsen in sogenannten Schliefenanlagen) und laut der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) tierschutzwidrig. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 450.000 Füchse durch Gewehrkugeln oder in Fallen.

https://www.geo.de/natur/tierwelt/24077-rtkl-tierschutz-streitthema-fuchsjagd-oekologisch-sinnvoll-oder-reine

Dem Fuchs werden kaum Schonzeiten eingeräumt, die sogenannten Fuchswochen, die im Dezember beginnen und in manchen Revieren bis in den März hinein andauern, haben zur Folge, dass die meisten der getöteten Fuchsrüden bereits werdende Väter von durchschnittlich fünf Fuchswelpen sind. Ohne ihn als Versorger der Fuchsfamilie haben sie eine geringe Überlebenschance. Die ersten Welpen kommen jetzt im Januar zur Welt. Sofern den Jägern der Fuchsbau bekannt ist, werden die Jungfüchse häufig gezielt in eine Falle gelockt und haben keine Möglichkeit zu entkommen. Das ist tierschutzwidrig, aber leider gängige Praxis.

Jetzt im Winter wird auf den Fuchs geballert, was das Zeug hält. Die Deutsche Jagdzeitung rief zu einer „Fuchswoche“ vom 13. bis 19. Dezember auf mit dem Ziel, möglichst viele Füchse mit allen Jagdmethoden zu erlegen

(https://www.geo.de/natur/tierwelt/erste–bundesweite-fuchswoche—ballern–was-das-zeug-haelt-31404500.html).

Die neuen Streckenrekorde werden anschließend bejubelt und prämiert. Bei solcher Respektlosigkeit unseren Mitgeschöpfen gegenüber bleibt mir die Spucke weg. Dieser schonungslose Jagddruck führt meines Erachtens dazu, dass die Tiere sich tagsüber gar nicht mehr aus ihren Verstecken trauen. Selbst in der Dunkelheit und mit der Wärmebildkamera ist mir in den hiesigen Wäldern noch kein Fuchs begegnet. Aus meiner langjährigen pädagogischen Tätigkeit mit Kindern weiß ich, wie sehr gerade Kinder den Fuchs lieben, sich mit ihm identifizieren und ihn so gern einmal in unseren Wäldern sehen und erleben würden. Dies wird wohl dank der Schießfreude unserer Jägerschaft nicht möglich sein.

Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. Die Fuchsjagd im Jahr 2021 – Zeugnis eines überholten Jagdverständnisses.

https://djgt.web19.s60.goserver.host/wp-content/uploads/2021/02/20210126_Stellungnahme_Fuchsjagd.pdf

Aktionsbündnis Fuchs:

https://www.aktionsbuendnis-fuchs.de/

Video zum Thema Fuchsjagd:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Gabi Joormann

Das es durchaus auch anders geht, zeigt das Nachbarland Luxemburg. Dort ist die Fuchsjagd seit Jahren komplett ausgesetzt! (Die Redaktion)

„Ein Beispiel, das den fehlenden Regulierungsbedarf durch den Menschen seit Jahren kontinuierlich bestätigt, ist Luxemburg. Seit 2015 ist in Luxemburg die Fuchsjagd komplett ausgesetzt. In dem zugrunde liegenden großherzoglichen Erlass wird ein öffentliches Interesse an der Bejagung des Fuchses ausdrücklich verneint. In diesem Zusammenhang wird vielmehr festgestellt, dass eine Bejagung aus Gründen der Bestandskontrolle nicht sinnvoll ist, da der Fuchs sehr anpassungsfähig ist und Populationsrückgänge mit höheren Reproduktionsraten kompensiert. Die Aussetzung der
Jagd wird dabei seit 2015 jedes Jahr erneut ausdrücklich verlängert. Nach nunmehr fünf Jahren lässt sich im Ergebnis festhalten, dass die „Schreckensszenarien ausufernder Fuchsbestände oder der Ausbreitung von Wildkrankheiten, welche der Jagdverband FSHCL prognostiziert hatte, nicht …eingetreten [sind]. Seit Einführung des Fuchsjagdverbotes hatten sich die Jagdbefürworter mit fadenscheinigen Argumenten sowie massiver Lobby- und Pressearbeit gegen die Schonung der nützlichen Beutegreifer ausgesprochen – zum Glück ohne Erfolg, denn das Fuchsjagdverbot ist eine wahre Erfolgsgeschichte: Natur- und Forstverwaltung haben keine Probleme durch das
Fuchsjagdverbot festgestellt; es gibt keine Indizien für eine Zunahme der Fuchspopulation. Kontrollen und Zählungen mit Wildkameras würden eher auf einen stabilen, gleichbleibenden Bestand hindeuten. Und die Befallsrate der Füchse mit dem Fuchsbandwurm hat sich seit dem Jagdverbot eher verringert als erhöht.  …  Es gibt offenkundig keine stichhaltigen Argumente, die für die Fuchsjagd und somit für ein Ende des Fuchsjagdverbots sprechen.“

Aus: Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. Die Fuchsjagd im Jahr 2021 – Zeugnis eines überholten Jagdverständnisses.  (26. Januar 2021) S.28

https://djgt.web19.s60.goserver.host/wp-content/uploads/2021/02/20210126_Stellungnahme_Fuchsjagd.pdf