Mitten in der Brutzeit: Stadt Bocholt fällt Bäume am Textilmuseum

Foto: Michael Kempkes

Am Textilmuseum sind in den vergangenen Tagen einige, teils bereits recht große und dicke Bäume gefällt worden. Ursprünglich hieß es mal, das Wäldchen hinter dem Textilmuseum bleibt „unantastbar“, doch jetzt kann man auf der Homepage der Stadt Bocholt sehen, dass es einen Bebauungsplan gibt, bei dem das Wäldchen komplett überplant worden ist. Die Fällung der ersten Bäume (mitten in der Brutzeit der Vögel!) ist wohl nur die Vorhut; von dem Wäldchen wird wohl nichts bleiben. Und damit geht mal wieder eine weitere Fläche verloren, die wir gerade in Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens nicht verlieren dürfen. Angesichts der vielen ökologisch wertvollen Flächen, die Bocholt in den nächsten Monaten und Jahren versiegeln will, muss man sich wirklich fragen, ob es in Bocholt keinen Klimawandel und kein Artensterben gibt. Haben Rat und Verwaltung nicht die Zeichen der Zeit erkannt? Oder ignorieren sie ganz bewusst die gravierenden ökologischen Probleme, mit denen vor allem künftige Generationen zu kämpfen haben werden? In den kommenden Jahren sollen in Bocholt über 40 Hektar Fläche weiter versiegelt werden. Das sind größtenteils Flächen, auf denen viele alte Bäume stehen, die für saubere Luft und Schatten sorgen sowie anderen Pflanzen und zahlreichen Tieren als Lebensraum dienen.

Die Liste der Grausamkeiten ist lang:

Industrieparkerweiterung, der Bau des Nordrings, das Wäldchen an der Frankenstraße, die Hinterlandbebauung am Mussumer Kirchweg mit den riesigen verwaldeten Gärten und nun auch das Wäldchen am Textilmuseum! Bei der Bebauung dieser Flächen werden nicht nur die für das Stadtklima so wichtigen Bäume entfernt, sondern durch die Versiegelung wird die Atmosphäre durch reflektierende Hitze zusätzlich aufgeheizt. Als ich die Fotos gemacht habe, kamen direkt zwei Anwohner zu mir und beklagten sich ebenfalls über die Fällung der Bäume. Mittlerweile treten immer mehr Bürgerinnen und Bürger an uns Naturschützer heran, die keinerlei Verständnis mehr für das Abholzen und Zerstören in unserer einst grünen Stadt haben. Bocholt, das war mal eine attraktive Stadt im Grünen. Bald ist Bocholt nur noch eine graue Wüste aus Beton und Asphalt …

Wie können wir Bürger dazu beitragen, dass Bocholt in Zukunft eine lebenswerte Stadt ist? Dazu lädt der NABU für den 22. Mai zu einem Bürgerdialog ein. Weitere Informationen finden Sie hier:
https://nabu-borken.de/einladung-zum-buergerdialog-mehr-stadtgruen-in-bocholt-am-22-05-2019/

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