Neue Info-Tafeln bei „Versunken Bokelt“

Das Naturschutzgebiet Versunken Bokelt in Rhede ist der beste Platz in der Umgebung, um Wasservögel zu beobachten. Von der Aussichtskanzel aus hat man einen hervorragenden Blick über das Gebiet.

Über 200 Vogelarten sind hier schon beobachtet worden. Im Herbst und Frühling machen  Zugvögel hier Station, im Winter nutzen viele nordische Vögel wie Blässgänse, Silberreiher und Gänsesäger das Gebiet zudem als Rast- und Schlafplatz.Im Frühjahr und Sommer sind es vor allem die Brutvögel, die sich hier beobachten lassen. Dazu gehören die eleganten Flussseeschwalben, die auf speziell für sie gebauten Flößen ihre Jungen aufziehen und manchmal direkt vor der Kanzel nach Fischen stoßtauchen oder in manchen Jahren auch der Eisvogel. Auf kiesigen Flächen brütet der seltene Flussregenpfeifer und auch der Kiebitz ist hier Brutvogel, ebenso wie verschiedene Gänse- und Entenarten und besondere Möwen, kleine Singvögel wie Bachstelze, Nachtigall und Grasmücken. Rauch- und Mehlschwalben kommen zum Nahrungsflug und zum Trinken, Kormorane zum Schlafen und Greifvögel auf der Suche nach Beute.

Der Ursprung des Gewässers sind Sandabgrabungen, die in dem nach dem alten Flurnamen „Versunkene Bokelt“ benannten Gebiet von 1987 bis 2002 vorgenommen wurden. Seit 1993 kümmert sich die Rheder NABU-Gruppe um „Versunken Bokelt“. Nach dem Ende der Aussandung konnte ein großer Teil vom damaligen Betreiber für einen symbolischen Preis erworben werden und gehört nun dem NABU-Kreisverband Borken. 2006 wurde es zum Naturschutzgebiet und erhielt bald darauf eine Aussichtskanzel für Naturbeobachtungen.

Die Kanzel wird rege genutzt. Um den Besuchern das Beobachten zu erleichtern, gibt es einen großen Sehschlitz mit einer Sitzbank davor. Jetzt wurden neue Informationstafeln angebracht, mit deren Hilfe die Besucher die beobachteten Vögel selbst einordnen können. Zwanzig Arttafeln beschreiben die häufigsten Brut- und Rastvögel. Aber nicht nur das Aussehen der Vögel wird anhand von Fotos dargestellt, sondern auch der Bezug zum Gebiet. Rasten oder brüten sie hier oder kommen sie nur zur Nahrungssuche? Wann kann man sie antreffen?

Welche Vögel in den letzten 15 Tagen zu beobachten waren, kann man leicht mithilfe seines Handys über einen QR-Code erfahren, der auf die Internetseite des Forums „Ornitho“ weiterleitet. Viele Vogelfreunde geben dort ihre Beobachtungen ein und so können nachfolgende Besucher davon profitieren.

Zwei weitere große Tafeln informieren über das Naturschutzgebiet und seinen eiszeitlichen Ursprung. In zwei Aushangkästen gibt es zudem aktuelle Informationen, z. B. über die Veranstaltungen der NABU-Gruppe oder Zählergebnisse.

Möglich war die Beschilderung durch die Unterstützung aus dem europäisch finanzierten Leader-Programm Bocholter Aa. Texte, Fotos und Layout hat die Rheder NABU-Gruppe in viel Eigenleistung selbst zusammengestellt.

Marianne Harborg