Stellungnahme zum BBV-Artikel „Zeugen aus Hünxe berichten von einem Wolfsrudel ohne Scheu“ vom 21.01.2021

Der Wolf bleibt Thema in den Lokalmedien. Nachdem nun Weidetierhalter und Jäger den Wolf als Nahrungs- und Beutekonkurrent als Gefahr darstellen konnten, wird nun mit der Angst der Hofbesitzer und Spaziergänger gespielt. Es ist schon seltsam, wie das Fremde bei manchen Zeitgenossen gleich Panik auslöst. Diese gab es in der Integrationsdebatte, in der Coronasituation und nun auch beim Wolf. Die Angst des Menschen vor dem „bösen Wolf wird mittlerweile in der Fachwelt als Rotkäppchensyndrom beschrieben, weil diese aus den Tiefen der Märchenwelten entstammen. Wölfe gehören aber ganz grundsätzlich in unser Ökosystem und dienen dazu schwache und kranke Tiere zu fressen. Wir haben ihn, wie viele Tiere, aus egoistischen Gründen vor mehr als einem Jahrhundert hier ausgerottet, weil wir uns als Menschen anmaßen, der Herr über die Natur sein zu wollen. Wir wollen bestimmen, welche Pflanzen wo wächst und welches Tier wo zu leben hat. Alles andere soll möglichst ausgemerzt, freundlich ausgedrückt „entnommen werden“. Das dieses Ziel zu deutlichen Fehlentwicklungen führt, sehen wir am Klimawandel und an unserer ausgeräumten und immer naturfremderen Natur und Umwelt. Unsere Natur ist aktuell mehr ein intensiv bewirtschafteter Garten mit Tierparkelementen. Wenn sich nun die Natur, aktuell mit der Wiederansiedlung des Wolfes, Räume zurückerobert, wird nun von Wolfsgegner unter Mithilfe der Medien mit der Urangst des Menschen gespielt, Panik ausgelöst und eine sachliche Auseinandersetzung fast unmöglich gemacht. Wie bereits mehrfach gesagt, gibt es in der gesamten Republik kein einziges gefährliches Zusammentreffen mit Menschen.  Der Wolf jagt in der Dämmerung und nicht tagsüber, so dass Kinder sich weiter auf dem Hof unbeschwert bewegen können. Die berichteten Kontakte mit dem Wolf lassen sich vermutlich Revierverhalten zurückführen. Ein Hund wird nämlich vom Wolf als Revierkonkurrent betrachtet und deshalb kann es schon zu einer Annäherung gekommen sein, da nicht der Mensch, sondern der Hund im Fokus stand. Eine Gefahr für den Menschen hat aber zu keiner Zeit bestanden und daher ist hier die medial ausgelöste Panik völlig unangebracht.