Wegekonzept in Rhede fördert Unfallrisiko für Radler und Fußgänger

Bocholter Diek mit mittelalterlichen Landwehren mit jahrhunderte alten Kopf-Hainbuchen – hier soll ein Hauptweg mit einer Gesamtbreite von 5,8 m entstehen, für das kulturhistorische Denkmal ist dann kein Platz mehr. Foto: Dr. Martin Steverding

Zum ländlichen Wegekonzept der Stadt Rhede hat die NABU-Gruppe Rhede im Rahmen der Offenlage Stellung bezogen. Die Dimension des Wegekonzeptes erschließt sich erst bei sehr genauem Hinsehen: Wird es in der aktuell geplanten Form umgesetzt, führt dies zu massiven Eingriffen in Natur und Landschaft und zu hoher Unfallgefahr im gesamten Rheder Außenbereich. Einige Beispiele:

Der Bocholter Diek, der Dingdener Diek, die Strecke Am Stein und Rappers Kölke von der Gronauer Straße bis zur alten B 67 und weitere Straßen sollen als Hauptwege auf eine Gesamtbreite von 5,8 m einschließlich Bankette ausgebaut werden. Die Nebenstrecken werden von aktuell meist 3 m auf 4,5 m Gesamtbreite (einschließlich Bankette) ausgebaut. Betroffen ist ein Großteil der Feldwege in allen Bauernschaften, z. B. Venderstiege, Am Essingholtbach, Am Woorter Bach, Lange Stegge, Sommerstegge und Venneweg in Krommert.

Die Folgen sind ein starker Anstieg der Fahrgeschwindigkeiten und der Unfallgefahr für Radfahrer und Fußgänger. Besonders in den dunkleren Jahreszeiten sind dann Schulkinder gefährdet. Der Dingdener Diek wird dann als Hauptverbindung zwischen Rhede und Dingden zu einer stark befahrenen Durchgangsstraße. Dies wird in bisher ruhigen Teilen der Dingdener Heide zu Lärm führen, den Erholungswert vermindern und zahlreiche tierische Verkehrsopfern verursachen. Am Bocholter Diek werden durch den Ausbau sehr vieler alte Bäume (durch Rodung und durch Beschädigung der Wurzeln infolge der Erdarbeiten) verloren gehen, auch die historischen und artenreichen Landwehren mit mehrhundertjährigen Kopf-Hainbuchen sind gefährdet. An vielen weiteren Straßen werden die Hecken, Sträucher und Bäume verschwinden. Auch werden auf die Bewohner der Außenbereiche weitere erhebliche finanzielle Belastungen zukommen.

Fahrradfreundlichkeit und Radtourismus ad Absurdum geführt

Der NABU teilt die Auffassung, dass viele Wege im Rheder Außenbereich in sehr schlechtem Zustand sind und saniert werden müssen. Das aktuell geplante Wegekonzept ist aber rückwärtsgewandt, klima- und naturfeindlich. Es ist eine einseitige Bevorzugung des Kraftfahrzeugverkehrs und angesichts des Klimawandels und des Artenschwundes inakzeptabel. Die Werbung der Stadt Rhede für Fahrradfreundlichkeit und Radtourismus wird damit ad Absurdum geführt. Der Entstehungsprozess erfolgte bisher in Absprache mit einer Interessentengruppe: Außer den landwirtschaftlichen Ortsverbänden wurde bis zum Zeitpunkt der Offenlage niemand einbezogen.

Der NABU fordert, von diesem Wegekonzept Abstand zu nehmen und im Rahmen eines demokratischen Prozesses unter Einbeziehung der gesamten Öffentlichkeit neu aufzulegen. Der NABU regt unter anderem die Einrichtung von Straßen mit Vorrang für Fahrräder nach niederländischem Vorbild an. Insbesondere auf den breit ausgebauten Hauptwegen müssen die Fahrgeschwindigkeiten zum Schutz von Schulkindern und anderen Radfahrern und Fußgängern begrenzt werden.

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