Pressemitteilung: Fällung von mindestens sieben Pappeln

Der NABU-Kreisverband kritisiert die angedachte Fällung von mindestens sieben Pyramidenpappeln am Rathaus. Die Pappeln könnten bei einer anderen Bauvariante erhalten bleiben. Auch wenn diese wohl teurer würde. Es sollen also sieben große und gesunde Bäume nur aus Kostengründen gefällt werden. In Bocholt scheint das Fällen von Bäumen immer noch die einfachste Lösung zu sein, ohne sich dabei über Alternativen weiterführende Gedanken zu machen. Der Griff zur Kettensäge ist immer noch am einfachsten. Zur Beruhigung der Bevölkerung werden schnell Ersatzpflanzungen in Aussicht gestellt.

Dazu sei Folgendes festgehalten:

  • Die angekündigten Ersatzpflanzungen können niemals die Ökosystemleistungen der gefällten Bäume ersetzen. Dazu müssten weitaus mehr Bäume gepflanzt werden.
  • Viele neu angepflanzte Bäume überleben die ersten ein, zwei Jahren nach dem Anpflanzen nicht. Von daher kommt es nicht zur vollständigen Kompensation des Eingriffs.
  • Ausgleichsmaßnahmen müssten vor geplanten Fällungen realisiert werden, um die geplanten Eingriffe schon vorher zu kompensieren. Bis Ersatzpflanzungen die zu vernichtenden Ökosystemleistungen kompensieren können, vergehen häufig Jahre bzw. Jahrzehnte.
  • Es gibt noch immer kein öffentliches Baumkataster. Somit besteht keinerlei Transparenz über den Baumbestand in Bocholt. Wir fordern erneut das Erstellen eines für jeden Interessierten einsehbaren Baumkatasters!
  • Es handelt sich um Lebewesen, die getötet werden! Bäume aus Kostengründen zu fällen, ist inakzeptabel und zeigt einmal mehr die geringe Wertschätzung der Planer gegenüber der Natur.
  • Der Wert von Bäumen wird volkswirtschaftlich nicht berücksichtigt. Bei angedachten Baumfällungen müsste im Sinne einer umfassenden Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern auch dargestellt werden, welche volkswirtschaftlichen Werte durch die Fällungen vernichtet werden.

Jeder gesunde Baum in Bocholt muss erhalten bleiben. Planungen müssen so erfolgen, dass keine Bäume gefällt werden müssen. In der heutigen Zeit einer anthropogen verursachten Erderwärmung und einer dramatischen Abnahme der Artenvielfalt, ist jeder Baum unverzichtbar.

Von daher erwarten wir einerseits den Erhalt der Pappeln und eine alternative Bauplanung sowie andererseits ein grundsätzliches Umdenken innerhalb der Stadtverwaltung Bocholt und des Rates, sodass endlich der unverzichtbare Wert der Bäume erkannt und dementsprechend nachhaltig gehandelt wird!

Michael Kempkes

Kreisvorsitzender

Bocholt, 23.10.22