Wildbienenfrühling im Kreis Borken- und was wir tun und lassen sollten….

Foto: NABU-KV Borken e. V.

Deutschland hat sehr viele unterschiedliche Bestäuber. Die bekannteste Art ist die Honigbiene, die für den Bienenstock als Nutzbiene Pollen und Nektar sammelt, um Honig zu produziert. Bevor sie von den Imkern gezüchtet wurde war sie auch eine von heute noch mehr als 500 vorkommenden Wildbienenarten.

Während die Honigbiene vorwiegend in Gemeinschaften zu finden ist, leben die meisten Wildbiene solitär, d.h. allein. Sie sind deshalb auch nicht agressiv, denn sie müssen keine Gemeinschaft gegen Feinde verteidigen. Sie stechen nur bei unmittelbarer Bedrohung und meist sind die Stachel sogar zu klein, um unsere Haut zu durchdringen.

Viele Wildbienen benötigen ganz bestimmte Pflanzen für Ihre Nahrungsaufnahme, so sammelt zum Beispiel die Biene des Jahres 2021, die Mai-Langhornbiene, ausschließlich Pollen von Schmetterlingsblütlern wie Klee, Wicke oder Luzerne. Die Männchen der Mai-Langhornbiene ist durch ihre fast körperlangen Fühler gut zu erkennen. Kopfschild und Oberlippe sind gelb und Ihre Brust ist mit braungelben Haaren besetzt. Das Weibchen hingegen hat nur kurze Fühler und die Hinterleibssegmente sind gelblich behaart. Im April erscheinen zuerst die Männchen und drei bis vier Wochen später die Weibchen. .Nach der Paarung legen diese Nester im Boden mit einem von einem Hauptgang seitlich abgehenden Bruthöhlen an. In diese werden jeweils ein Ei und ein Pollen-Nektar-Gemisch als Nahrung für die Larven eingetragen und anschließend verschlossen. Anschließend werden die Seiteneingänge mit Erde verfüllt. Die Larven verspinnen sich dann in einem Kokon. Die Bruthöhlen sind schwer zu finden, da sie an schütter bis dichter bewachsenen Stellen gegraben werden. Die Mai Langhornbiene besiedelt sowohl Sandboden (Flugsand, Schwemmsande, Verwitterungssande, Molasse) als auch lehmige Böden (Lößlehm, Lehmböden mittleren Tongehalts). Der Gang wie die Zellen sind innen mit Sekreten ausgekleidet, die auch in die Zellwände eindringen und sie festigen. Nach Fertigstellung der Nester stirbt das Weibchen etwa Mitte Juni. Interessanterweise bauen fast ein Viertel aller Wildbienen gar keine Nester, sondern schmuggeln ihre Eier in die Brutzellen anderer Bienen.

Wichtig für Wildbienen im allgemeinen ist neben der Möglichkeit von Bruthöhlen in Insektenhotels, Gräsern, oder Böden ein giftfreier, nahrungsreicher Lebensraum im Garten. Wildstauden, auch Bienenweiden genannt, bieten Insekten wie Bienen und Schmetterlingen einen wichtigen Lebensraum mit reichlich Nahrung. Um das ganze Jahr über Nektar zu finden, ist es sinnvoll, früh-, mittel- und spätblühende Pflanzenarten zu wählen. Empfehlenswert sind hier etwa Sorten wie Borretsch, Buchweizen, Kapuzinerkresse, Minze, Malve sowie Ringel- und Sonnenblumen ,Herbstastern, Schafgarbe, Kamille, Kratzdistel, verschiedene Kleesorten, Zaunwicke und Fenchel. Grundsätzlich gilt hier: je vielfältiger das Nahrungsangebot, desto mehr Bienenarten. Was viele nicht wissen: Bienen lieben Kräutergärten. Die machen sich auch hervorragend auf dem Balkon. Wildbienen nutzen zum Beispiel gerne Salbei und Thymian. Aber auch Lavendel, Oregano, Minze und Zitronenmelisse dienen als hervorragende Tankstellen für Bienen.

Für Nisthilfen sollten Sie folgendes unbedingt beachten: Vermeiden Sie untaugliche Nisthilfen, insbesondere solche mit Glasröhrchen zur Beobachtung der Nistaktivitäten im Inneren. Bei Verwendung dieses wasserdampfundurchlässigen Materials kann die Wildbienenbrut in den Röhrchen nämlich verpilzen. Was als Nisthilfe gedacht ist und fatalerweise auch bereitwillig von den Tieren bezogen wird, verwandelt sich daher häufig zur Todesfalle.

Für Nisthilfen aus Holz wird leider oft frisches, nicht abgelagertes Holz verwendet, die Bohrungen werden oft zu dicht gesetzt. So entstehen Risse, die von Wildbienen gemieden werden. Vorteilhaft sind Bohrungen ins Längsholz, anstelle ins Hirnholz von Baumscheiden, weil die Rissbildung damit vermindert wird. Rissbildungen oder Ausfransungen der Lochbohrungen können außerdem die Flügel der Wildbienen beschädigen.

Loch- und Hohlziegel werden nicht besiedelt, sind aber dennoch Bestandteil von fast jedem „Wildbienenhotel“. Verwenden Sie lieber Strangfalzziegel, deren Löcher gerne besiedelt werden.

Auch die oft empfohlene horizontale Bündelung von markhaltigen Stängeln entspricht nicht den Lebensgewohnheiten der Tiere: Diese orientieren sich in der Natur an freistehenden, mehr oder weniger vertikalen Strukturen. Lassen Sie lieber zum Beispiel abgestorbene Königskerzenstängel stehen oder stellen Sie dürre Brombeer-Ranken auf.

Völlig nutzlos sind sogenannte „Weidenruten-Lehmwände“ zur Förderung grabender Bienenarten, weil das Lehmmaterial fast immer viel zu hart ist.